Ins Studienwerk Avicenna aufgenommen

Melda Vejselov wurde in das Studienwerk Avicenna aufgenommen

Meldas Vater kam in den Neunziger Jahren aus einem türkischen Dorf im heutigen Nordmazedonien über Slowenien nach Deutschland. Er erhoffte sich ein besseres Leben für sich und die Familie, die er noch nicht hatte. Seine Frau, die aus dem Kosovo stammt, lernte er am Stuttgarter Flughafen kennen. Für ein gutes Leben mussten und müssen beide hart arbeiten Die Familie lebt mit ihren zwei Kindern seit langem in Hochdorf. In der Familie spricht man Bosnisch.
2017 kam ihre Tochter Melda ans Friedrich-Abel-Gymnasium, ein Bildungsweg, der für die Eltern immer unerreichbar gewesen war. Melda entfaltete ihre Begabungen und wurde rasch zu einer guten Schülerin. Freundlichkeit und Offenheit wurden zu ihrem Markenzeichen. Über das "FAGrün" entdeckte Melda in der Mittelstunde die SMV und wurde zweimal zur Schülersprecherin gewählt. In dieser Zeit verwirklichte sie ein Projekt, das ihr sehr am Herzen lag: das gemeinsame Fastenbrechen mit Mitschülerinnen und Mitschülern, Lehrkräften und mit Eltern. Dabei war ihr der interkulturelle Austausch zwischen allen Religionen wichtig.
2025 machte Melda ein sehr gutes Abitur. Sie erhielt den Volker-Zimmermann-Preis des FAGs für ihr besonderes Engagement zum Wohle der Schulgemeinschaft. Seit Herbst 2025 studiert sie an der Hochschule für Technik in Stuttgart Wirtschaftsinformatik. Mit dem Beginn ihres Studiums bewarb sie sich bei der muslimischen Studienstiftung Avicenna. Die meisten wissen gar nicht, dass es neben der Studienstiftung des Deutschen Volkes, den Parteistiftungen und den Begabtenförderungswerken der Kirchen auch eine muslimische Stiftung gibt (und ein jüdische). Drei FAG-Lehrkräfte schrieben Gutachten zu Meldas fachlichen Leistungen und ihrem sozialen Engagement. Im Februar wurde Melda zu einem Auswahltag der Avicenna-Stiftung nach Mannheim eingeladen. Sie musste sich in Gruppenaktivitäten und Einzelgesprächen beweisen. Anfang März kam dann die Nachricht, dass Melda als erste FAG-Schülerin in das Studienwerk Avicenna aufgenommen wurde. Und somit hat sie den Traum ihres Vaters erfüllt, seinen Kindern durch Bildung ein besseres Leben zu ermöglichen.