Großprojekt in Vaihinger Hand
Wenn sich das Schulhaus nach Unterrichtsende nicht leert, sondern mit neugierigen Menschen füllt, kann das in Vaihingen an der Veranstaltungsreihe „Gäste am Friedrich-Abel Gymnasium“ liegen. In lockerer Folge berichten Zeitgenossen am Gymnasium von dem, was sie bewegt.
Und Ulrike Conle bewegt viel und das im wahrsten Sinne des Wortes: als Abteilungsleiterin für den Ausbau des A8-Albaufsteigs verantwortet sie eines der größten Infrastrukturprojekte im Südwesten. Bis 2034 weicht die Vorkriegstrasse der Autobahn je zwei Tunneln und Brücken mit je drei Fahrstreifen, Pannenstreifen und regelmäßiger aber viel geringerer Steigung, sowie deutlich kürzerer Gesamtlänge.
Die vom Ausweichverkehr geplagten Gemeinden können dann aufatmen, der Personen- und Güterverkehr wird schneller, zuverlässiger und damit letztlich auch umweltfreundlicher an sein Ziel kommen.
Bis es soweit ist, müssen aber 2,8 Mio. Kubikmeter Erde bewegt werden und das ist nur ein Aspekt. Wie komplex ein solches Projekt ist, erläuterte die Referentin beispielhaft am Problem des Niederschlagswassers, das am steilen Albtrauf nicht einfach durch Rohre abgeleitet werden kann, da es dort kaum Fließgewässer gibt und das hohe Gefälle Druckverhältnisse erzeugen würde, denen kein Rohr standhalten könnte. Die Lösung brachte die Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Hydraulik der Uni Darmstadt, die ein eigenes Konzept für das Projekt entwickelte.
Auf die Frage eines Zuhörers, ob ihr dieses fast uferlose Gesamtkonzept nicht schlaflose Nächte bereite antwortete sie schmunzelnd, dass ihr eher die erzielten Fortschritte Ansporn seien, weiter zu planen.
Es brauche eben gute Ingenieure für ein solches Projekt. Und so lud sie als ehemalige FAG Schülerin die heutigen Abiturienten des FAG aus den Leistungskursen NwT und Geographie zur Bewerbung bei der Autobahn GmbH ein.
Dieses Jahr waren darunter zum Beispiel Keksstempel designen, Gesellschaftstanz, Basketball, Akrobatik, Improvisationstheater, Kalligraphie, Chor und vieles mehr. Zum dauerhaften Freizeitprogramm gehörten Sport und Musik. Vor dem Frühstück gab es außerdem die Möglichkeit, Morgensport zu treiben oder Zeitung zu lesen. Im Plenum wurden wir dann über die aktuellen Nachrichten informiert. Jeden Abend gab es außerdem eine „Gute-Nacht-Geschichte“, zu der alle immer zahlreich erschienen.
Beim Sportfest traten die Kurse gegeneinander an, jeder Kurs mit eigenem Schlachtruf und Maskottchen. Dabei musste beispielsweise ein Auto den Berg hochgezogen, möglichst viele Liegestütze gemacht oder eine Geschicklichkeitsaufgabe gelöst werden. Für die Endwertung zählte auch das Teamwork und die Kreativität des Schlachtrufs. Dieses Jahr gewann der Kurs Physik/Informatik, dicht gefolgt von den Kursen Philosophie/Theater und Astronomie. Nach der ersten Woche präsentierte jeder Kurs in einem Zeitfenster von 15 Minuten, was bisher gemacht wurde. Im Anschluss daran fand das Bergfest statt. Das Programm bestand aus einem Quiz, Musik erraten und Party.
Am Wandertag wanderten wir schließlich durch Adelsheim und die Umgebung, während wir mit Rätseln beschäftigt wurden. Außerdem gab es kursspezifische Exkursionen, für den Philosophiekurs ging es in die Tropfsteinhöhle. Der Abend vor dem Abschlusstag war der Hausmusikabend. Orchester, Chor und verschiedene Bands, die sich in der Akademiezeit gefunden hatten, sorgten für ein abwechslungsreiches musikalisches Programm.
Umgesetzt auf die Schule gibt es laut Herrn Damp gleich mehrere Bedeutungen, von denen die Kinder sich leiten lassen können: Die Fünferlen hätten es – übrigens wie wir alle – zum einen selbst in der Hand, wie sie mit anderen Menschen umgehen und leben wollen, zum anderen hätten die Kinder ihre „Fährmänner“ in all den hilfsbereiten Begleitern an der Schule, von der Sozialarbeiterin über den Hausmeister und den Lehrkräften bis zu den Sekretärinnen. Herr Damp wandte sich abschließend mit der Bitte an die Fünftklässler, offen und neugierig zu sein, nachzufragen, wenn etwas nicht klar sei und fleißig zu sein, freundlich und hilfsbereit.
Anschließend wurden die Klassen 5a, 5b und 5c von ihren Klassenlehrkräften Frau Jule Beckedorf, Frau Wiebke Weiß und Herrn Dr. Lukas Müsel zum FAG begleitet, wo bald darauf eine fröhliche Stimmung herrschte, die Aufbruch zu Neuem spüren ließ. Und während die Kinder sich schon in ihren neuen Klassenzimmern umsahen, begrüßte Herr Damp die Eltern der neuen Fünferlen und führte neben allgemeinen Informationen zum Stundenbild und dem Friedrich-Abel-Gymnasium auch die Neuerungen durch das wiedereingeführte „G9“ aus. Der Schulleiter drückte zudem seinen Wunsch nach einer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit aus. Nach den Grußworten des Elternbeirates, überbracht von der Vorsitzenden Frau Carina Janzen, stellte Frau Kathrin Stotz den Förderverein des FAG vor, der das Friedrich-Abel-Gymnasium bei unterschiedlichen Projekten unterstützt.
Am 8. Mai 2026 stellte sich die MINT-AG der Klassenstufen 9 und 10 des Friedrich-Abel-Gymnasiums einer besonderen Herausforderung: Bei der Schulchallenge IT&Technik an der Hochschule Heilbronn traten die Schülerinnen und Schüler gegen zwölf weitere Teams an und mussten dabei ihr technisches Geschick, ihr Wissen und ihre Problemlösekompetenz unter Beweis stellen.
Außerdem nahm das FAG auch mit der MINT-AG der Klassen 7 und 8 am Solarmobil-Wettbewerb der Experimenta in Heilbronn teil. Mit ihren eigens konstruierten Solarmobilen stellten sich sieben Gruppen vom FAG der Herausforderung. Das Ziel: möglichst schnell eine zwölf Meter lange Strecke zurückzulegen. Gestartet wurde mit insgesamt 71 Teams in den Altersklassen 5-7 und 8-10 Jahren, wobei die MINT-AG vom FAG mit vier Teams in der jüngeren und mit drei Teams in der älteren Altersklasse vertreten war.
Noch wichtiger als die Platzierungen war jedoch der Spaß, den die Schülerinnen und Schüler an diesem Nachmittag hatten. Die Teilnahme an der Schulchallenge und dem Solarmobil-Wettbewerb war für die MINT-AG nicht nur ein sportlicher Wettkampf im besten Sinne, sondern auch eine wertvolle Gelegenheit, praxisnah in verschiedene MINT-Bereiche hineinzuschnuppern.







